Liebeskummer
Liebeskummer entsteht nicht nur nach einer beendeten Liebesbeziehung, sondern
auch, wenn man einseitig in jemanden verliebt ist, ohne das es je zu
einer Annäherung kam. Ebenfalls verursacht unerfüllte Liebe
eines Kindes zu Mutter oder Vater oder zu den Geschwistern Liebes-Leiden.
Der Schmerz drückt sich bei jedem anders aus!
Mögliche Symptome:
-geringes Interesse an anderen Menschen
-keine Freude an Freizeit-Aktivitäten
-erhebliche Leistungseinbrüche im Job
-Fixierung auf das eigene Leiden
-Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme
-Schlaflosigkeit
-generelle Zukunftsängste: die Welt scheint grau, öde und leer
-depressive Verstimmungen, in seltenen Fällen kommt es sogar zu Neurosen,
z.B. Herzneurosen Schwierig wird es beim Verlust der Liebe im hohen Alter.
Die Bedingungen für einen nötigen Neuanfang sind schwieriger
als in jungen Jahren. Liebesleid kann zwanghafte Züge annehmen und
damit behandlungsbedürftig werden. Kommt ein Mensch mit dem Verlust
des Partners auch nach mehreren Monaten nicht zurecht, sollte er sich an
Psychotherapeuten oder Psychologen wenden. Fast jeder wird im Laufe seines
Lebens Opfer des Liebeskummers. Normalerweise würde man in einem solchen
Fall von einer epidemischen Erkrankung sprechen. Aber merkwürdigerweise
wird diese teilweise schlimme psychische Ausnahmesituation, in der sich
Menschen befinden, von der Medizin kaum zur Kenntnis genommen. Dabei sind
die Folgen von echtem Liebeskummer teilweise dramatisch. Manche leiden
ein ganzes Leben lang daran und können keine neuen Bindungen eingehen.
Der Kummer kann sich in Aggressionen und Selbstmordgedanken ausdrücken.
Medien berichten von Fällen, in denen Betroffene sich nicht nur selber
töten, sondern auch die Familie - einschließlich der eigenen
Kinder. Erfahrungen mit Liebeskummer gleichen denen von tragischen Verlusten,
wie den Tod von Eltern oder nahen Freunden. Jeder muss versuchen, etwas
dagegen zu tun. Das wichtigste ist Reden. Sich an Gemeinsames zu erinnern
und sich kritisch damit auseinander zusetzen, hilft eher, als alles zu
verdrängen – das kommt sonst alles später wieder in geballter
Form hoch.
-jeden Kontakt mit dem verlorenen Liebespartner vermeiden
-auf keinen Fall vor dem Wohnhaus vom Ex auf- und abgehen oder -fahren
-keine Telefon-Gespräche; wo man gleich nach dem Abheben
auflegt, weil man nur testen wollte, ob der andere an- oder abwesend ist
-keine Informationen über den (die) mögliche(n) neue(n) Partner(in)
einholen
-Kontakt mit Verwandten und Freunde der(s) Geliebten vermeiden
-Kontakt zu anderen Menschen und Ablenkungen suchen
-Eventuell eine Urlaubsreise in einer Reisegruppe antreten Die Erfahrung
zeigt leider, dass all die genannten Punkte meist nur eine zeitweilige
Hilfe darstellen. Das wirkliche Verarbeiten der verloren gegangenen Liebe
geschieht erst nach langer Zeit und/oder mit einem neuen Partner. Tröstlich
zu wissen: in Leben ohne Niederlagen, Verluste oder Kümmernisse führt
selten zu einer gereiften Persönlichkeit. Und die allermeisten überwinden
auch den größten Liebeskummer.